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JUNGFRAU |
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Die Brunhilde starb im 70. Jahr´, |
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die ganze Zeit sie eine Jungfrau war. |
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Sie war stets solo, bis zu ihrem Tod, |
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das Leben ihr nie den Richtigen bot. |
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Als sie 20 war, erträumte sie sich, |
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zu heiraten den schönen Friederich. |
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Doch dieser dachte beizeiten nie daran |
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sie zu freien, nahm lieber die Mariann´. |
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Mit 30 Jahren - ach du großer Schreck - |
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die Weiber nahmen ihr alle Männer weg. |
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Panik überfiel sie nun in größerem Maß, |
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verheirateten Frauen galt ihr ganzer Haß. |
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Im vierten Lebensjahrzehnt angekommen - |
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der Fortpflanzungstrieb wurde ihr genommen. |
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Die grauen Haare und die Falten kamen, |
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die Hoffnung auf erfüllte Lust ihr nahmen. |
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Im fünfzigsten Jahr - Grantigkeit sie überrann´ - |
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ihr konnte gestohlen bleiben jetzt jeder Mann! |
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Die letzten Verehrer hatte sie gescheucht, |
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immer trocken noch war, was niemals war feucht. |
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Dieseits der sechziger, ihr Lebenssinn, |
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wurde nie erfüllt, war nun ganz dahin. |
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Als Greis blickte sie sehr oft zurück |
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auf ein Leben ohne Lust und Glück. |
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Dann starb sie in großer Einsamkeit - |
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glaubt mir, Brunhilde tat mir leid! |
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Und was lernen wir aus dieser traurigen Geschicht´? |
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Vernachlässige im Leben deine Triebe nicht! |
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Copyright © 2000 by J K |
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